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Kirschmann Baubiologie
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Übersichtstabellen: Schadstoffe, Pilze, Asbest

  


 Übersichtstabelle

Substanz/SubstanzgruppeVorkommen, Eigenschaften
Schimmelpilze Feuchtigkeitsausfall aufgrund von Gebäudeundichtigkeiten, unzureichender Isolierung oder mangelhaftem Lüftungsverhalten
Sporen Zahlreiche Allergene, können Mykotoxine enthalten, können fakultativ pathogen sein
Zellwandbestandteile Beta-Glucane, Irritationen der Schleimhäute, immunmodulierend
Mykotoxine Immunotoxisch, karzinogen, zellschädigend, neurotoxisch, teratogen
MVOC Geruchsintensiv, physiologische Wirkungen sind im Gespräch
Biozide Der Einsatz von Bioziden in Innenräumen führen i.d.R. zu lang anhaltenden Belastungssituationen
PCP Holzschutzmittel bis in die 80er Jahre, Fungizid in Latex und Leder, in Deutschland seit 1989 verboten
Lindan Insektizid, Einsatz in Holzschutzmitteln, Holzwurmtod, Insektenbekämpfungsmitteln
Dichlofluanid Fungizid, Ersatzstoff für PCP, bei inhalativer Aufnahme deutlich toxischer als bei oraler
DDT Insektizid, in Deutschland 1972 verboten, nach wie vor relevant in Altbauten und Importartikeln
Methoxychlor Insektizid, Vorkommen und Verwendung ähnlich DDT
Dieldrin Insektizid, Importwaren aus Naturstoffen, Vorkommen wie DDT
Hexachlorbenzol Pflanzenschutzmittel, Saatbeizmittel, Blutbelastungen sind i. d. R. nahrungsbedingt, praktisch keine Anwendung in Innenräumen
Chlornaphthaline [51] Holzschutzmittel bis frühe 70er Jahre, muffiger Geruch
Ethylparathion (E605) Insektizid mit breitem Wirkungsspektrum, Phosphorsäureester Hemmung der Colinesterase
Propoxur Insektizid mit Fraß- und Kontaktgiftwirkung, Anwendung als Spray und in Köderdosen
Pyrethrum Natürliches Insektizid aus Chrysantemenblüten, rel. schneller Abbau im Innenraum
Pyrethroide Gruppe synthetischer Insektizide, die seit Begin der 80er Jahre zunehmend Einsatz findet
- Permethrin Insektizid (Mottenschutzmittel, Insektenbekämpfungsmittel), neurotoxisch
- Piperonylbutoxid Wirkungsverstärker für Pyrethroide, hemmt deren Abbau im Körper, Insektenbekämpfungsmittel
Eulan WA neu Mottenschutzmittel, Einsatz bis 1988, dioxinähnliche Struktur
Isothiazoline Konservierungsmittel in Lacken, Klebern, Befeuchtern (Klimaanl. etc.), sensibilisierende Wirkung
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) organische Pyrolyseprodukte, Teerprodukte wie Teerkleber (Verklebung von Bodenbelägen), Teeröle zum Holzschutz (Carbolineum), Einsatz im privaten Bereich verboten, z.T. krebserregend (K2)
- Benzo(a)pyren Indikatorsubstanz für krebserregende PAK (K2),
- Naphthalin Nicht mehr verwendetes Mottenschutzmittel, muffiger Geruch (K3)
Dioxine Verunreinigung insbes. in PCP und PCB, Einsteht in Brandfällen, in denen Chlorprodukte wie z.B. PVC beteiligt sind, 2,3,7,8-TCDD (Seveso-D.) ist giftigster vom Menschen hergestellter Stoff
Flammschutzmittel/ Weichmacher Flammhemmende und weichmachende Substanzen insbesondere für Kunststoffe, Lacke etc
Polychlorierte Biphenyle (PCB) Fugendichtmassen, Lacke, Farben, Kondensatoren, Transformatoren; Einsatz bis 80er Jahre, immuno.- und neurotoxisch, Probleme insbesondere in öffentlichen Bauten der 60er und 70er Jahre
Phthalate Insbesondere in Weich-PVC-Produkten aber auch in Kosmetika, hormonähnliche Wirkung
Phthalsäureanhydrid Ausgangsprodukt für Alkydharze, Phthalate, etc, sensibilisierend
Phosphorsäureester TCEP, TCPP Insbesondere in Produkten auf PU-Basis (Schäume, Lacke), TCEP krebserregend (K2), TBEP in rutschhemmenden Fußbodenpflegemitteln

Anmerkungen

[51P. Pluschke, Luft-Schadstoffe in Innenräumen: ein Leitfaden, S. 194-217, Springer, Berlin 1996.

[52G. Zwiener, Handbuch Gebäudeschadstoffe, Rudolf Müller-Verlag, Köln 1997.

[53Magic Dust - Schwärzungen in Innenräumen: U. Münzenberg u. J. Thumulla: Thesen zum Phänomen Magic Dust, L. Grün: Das Phänomen plötzlicher Staubablagerungen (Magic Dust?) - Welche Rolle spielen Heizung, Lüftung und Bauphysik, P. Plieninger: Schwarzstaub: Ruß, Dreck oder Spuk? In AGÖF 2001.

[54H.-J. Morriske et. al.: Neue Untersuchungsergebnisse zum Phänomen „Schwarze Wohnungen“, in Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft 61 (2001) Nr. 9.

[55P. Pluschke, Kohlendioxid: Leitparameter für die physiologisch bedingte Beeinträchtigung der Luftqualität in Innenräumen; Kohlenmonoxid im Haus aus Verbrennungsprozessen aller Art; Stickoxide von drinnen und draußen; Ozon aus technischen und luftchemischen Prozessen; Radon: Luftschadstoff der aus der Tiefe kommt, in Luft-Schadstoffe in Innenräumen: ein Leitfaden, S. 521-102, 259-263, Springer, Berlin 1996.

[56G. Riem: Schwermetalle im Innenraum – Nachweis und Vorkommen in Hausstaub und Materialien, Wissenschaftverlag Dr. Wigbert Maraun, Frankfurt 1994.


Dipl.-Ing. Hansmartin Kirschmann
VDB-zertifiziertes Ingenieurbüro
Aichelestr. 9
70599 Stuttgart
Tel: 0711-23607-80
Fax: 0711-23607-82

Initiativen:
Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V.
Baubiologische Beratungsstelle IBN-autorisiert
Verein Deutscher Ingenieure VDI e.V.
Institut der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute AGÖF e.V.
Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie DGUHT e.V.