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Kirschmann Baubiologie
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Gesundheitliche Auswirkungen von Schimmelpilzen in Wohnräumen

Überblick über den Stand der aktuellen Diskussion

  


 6.3.3. Lungenblutungen bei Säuglingen in Cleveland

Bei 30 Säuglingen, die in schimmelpilzbelasteten Sozialwohnungen aufwuchsen wurden mehrere Fälle von Lungenblutungen festgestellt. Davon verliefen neun Fälle tödlich. Eine Untersuchung des Center for Disease Controll (CDC), Atlanta und des National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH), Morgantown, VA. ergab, daß die betroffenen Kleinkinder in ungewöhnlichen Maße Schimmelpilz- und Stachybotrys atra - exponiert waren, da es wegen baulicher Mängel und Überflutung zu Wasserschäden kam. Die durchschnittliche Schimmelpilzbelastung in den betroffenen Kinderzimmern lag bei 30 000 KBE/m3 gegenüber den Kontrollwohnungen mit 707 KBE/m3 und für Stachybotrys atra bei 43 KBE/m3 bzw. 4 KBE/m3. In einer Fall-Kontrollstudie betrug das statistische Wahrscheinlichkeitsrisiko (Odd ratio) für die erkrankten Säuglinge stachybotrys-exponiert zu sein 11,9 (Johanning 1998).

Finnische Forscher haben in Tierversuchen mit Mäusen nach intranasaler Applikation von Stachybotrys atra Sporen, die sehr hohe Satratoxin-Konzentrationen enthielten, ähnliche Effekte erzielt wie in den betroffen Cleveland-Säuglingen festgestellt wurden. Die Schimmelpilzsporen verursachten in den Mäusen starke Entzündungszeichen in den Alveolaren (Lungenbläschen), Bronchien und führte zu Blutungen (Nikulin et al. 1996).

 6.3.4. Stachybotrys atra in einem Bürogebäude

In einer klinisch-epidemiologischen Studie (Johanning et al. 1996) wurde der Gesundheitszustand von Büroangestellten beurteilt, die in einem Kellerbüro arbeiteten, das durch wiederholte Feuchteschäden mit Schimmelpilzen, insbesondere Stachybotrys atra belastet war. Bei einer Reihe von Luftprobenahmen wurden neben anderen Schimmelpilzsporen teilweise sehr hohe (bei agressiver Probenahme bis zu 2x104 KBE/m3) Konzentrationen an S. atra – Sporen gefunden. Materialproben von Gipskartonplatten und Büchern ergaben Konzentrationen von bis zu 106 KBE/cm3.

In Materialproben wurde das von S.atra produzierte Trichothecen Satratoxin H und Spirolakton nachgewiesen

In dieser Fall-Kontrollstudie (Angestellte, n=53; Referenzgruppe n= 21) wurde ein statistischer Zusammenhang zwischen Exposition und Störungen der unteren Atemwege (Bronchitis, Asthma, chronischer Reizhusten), Hautreizung, Augenbeschwerden, konstitutionellen Beschwerden (Grippegefühl, Muskelschmerzen, allgemeines Unwohlsein), chronischer Erschöpfungszustand (Chronic Fatigue Syndrome (CFS) und labor-chemischen Veränderungen, insbesondere des weißen Blutbildes und des Immunsystems festgestellt. T-Lymphozyten Zahl und Funktion (in-vitro Proliferation) waren bei den exponierten Büroangestellten statistisch signifikant vermindert oder eingeschränkt. Spezifische S. atra Antikörper- Tests zeigten minimale Unterschiede bei unterschiedlicher Exposition.


Dipl.-Ing. Hansmartin Kirschmann
VDB-zertifiziertes Ingenieurbüro
Aichelestr. 9
70599 Stuttgart
Tel: 0711-23607-80
Fax: 0711-23607-82

Initiativen:
Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V.
Baubiologische Beratungsstelle IBN-autorisiert
Verein Deutscher Ingenieure VDI e.V.
Institut der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute AGÖF e.V.
Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie DGUHT e.V.