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Kirschmann Baubiologie
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Gesundheitliche Auswirkungen von Schimmelpilzen in Wohnräumen

Überblick über den Stand der aktuellen Diskussion

  


 3. Mykosen

Hautmykosen, systemische, opportunistische Mykosen durch z.B. Aspergillus oder Mucor- Arten. Die Voraussetzung für durch Schimmelpilze verursachte Infektionen ist eine Schwächung des Immunsystems, bzw. immunsuppressive Therapie, wie sie nach Transplantationen angewendet wird. Besonders gefährdet sind solche Patienten bei Aspergillussporen-Freisetzung während Abrißarbeiten von Altgebäuden im Klinikgelände (Senkpiel 1999). Auch bei Mykosen spielen Toxinwirkungen und allergische Reaktionen oft eine Rolle.

 3.1. Allergische bronchopulmonale Aspergillose

Patienten mit allergischer bronchopulmonaler Aspergillose sind meist jüngere Asthmatiker und fast immer Atopiker, ebenso gehäuft Mukoviszidose- Patienten. Durch Schleimpfropfbildung können inhalierte Sporen keimen und Mycelien bilden. Sie dringen nicht ins Gewebe ein, sondern leben saprophytisch in den Segmentbronchien. Durch die andauernde Aussaat von Antigenen ins Gewebe wird die Bildung von Antikörpern (IgG und IgE) induziert. Die darauf folgende Antikörperreaktion ist für die Entzündungsreaktion und Gewebezerstörung verantwortlich. Durch die Schädigung der Bronchialwand wird das Wachstum der Schimmelpilze weiter gefördert.

Eine Kasuistik erschien über einen Müllwerker, der sich die Aspergillose beim Verladen von Biomüll zugezogen hatte. Als Auslöser wurde Aspergillus fumigatus identifiziert (Allmers et al. 1997; Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen 1998).

 4. Zellwandkomponenten

ß-D -Glukane. Sie sind zwar primär keine Allergene, haben aber wichtige immunmodulierende Eigenschaften, das heißt sie können die Reaktion auf Antigene verstärken oder abschwächen. Ein synergistischer Effekt von 1,3-ß-Glucan und inhalierten Bakterienendotoxinen wurde nachgewiesen (Rylander 1995).

 5. Mikrobielle flüchtige Kohlenwasserstoffe (MVOC)

Zur toxikologischen Beurteilung der MVOC wurde eine Versuchskammer entwickelt um die Situation in Wohnräumen zu simulieren. 50 Pilzgattungen wurden untersucht. Es wurden 70 verschiedene Substanzen identifiziert. Es dominierten kurzkettige organische Verbindungen mit Alkohol-, Keton- und Esterfunktionen. Abgesehen von einigen sehr geruchsintensiven Verbindungen sind die meisten MVOC als Lösemittel bekannt. Die Untersuchungen ergaben, dass die in Innenräumen durch Schimmelpilzbefall hervorgerufenen MVOC-Konzentration üblicherweise in einem Bereich von wenigen Nanogramm (ng) bis hin zu einigen 100 ng je Substanz liegen. Nur wenige, die auch als technische Lösemittel angewendet werden, überstiegen Werte von 1µg/m3. Aufgrund zahlreicher Literaturhinweise kann mann schließen, dass erste Gesundheitsschäden bei Lösemittelgemischkonzentrationen >500µg/m3 einsetzten können, wenn keine hochtoxische Stoffe vorhanden sind. Da hochtoxische MVOC aus Schimmelpilzen nicht bekannt sind, kann man bei bisherigem Kenntnisstand davon ausgehen, dass keine solche Gesundheitsauswirkungen von Schimmelpilz-MVOC ausgehen (Kruse 1998).


Dipl.-Ing. Hansmartin Kirschmann
VDB-zertifiziertes Ingenieurbüro
Aichelestr. 9
70599 Stuttgart
Tel: 0711-23607-80
Fax: 0711-23607-82

Initiativen:
Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V.
Baubiologische Beratungsstelle IBN-autorisiert
Verein Deutscher Ingenieure VDI e.V.
Institut der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute AGÖF e.V.
Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie DGUHT e.V.