Überblick über den Stand der aktuellen Diskussion
Aus Antigenen und Antikörpern (IgG, IgM) bilden sich Gewebeständige oder zirkulierende Immunkomplexe. Bei der Phagozytose durch Granulozyten werden gewebeschädigende Enzyme freigesetzt.
Als selten auftretende Erkrankung sind die exogen-allergische Alveolitis (EAA) zu nennen. Sie gehört zu den IgG- und IgM- vermittelten Typ III-Reaktionen, die vor allem durch thermophile Actinomyceten, Schimmelpilze, Vogelfedern und Proteine von Insekten und Schalentieren hervorgerufen wird. Die inhalative Typ III-Allergie tritt bei der „Vogelhalterlunge„ (z.B. Ziervögel in der Wohnung), der Befeuchterlunge (z.B. durch Luftbefeuchter in Wohnungen und Klimaanlagen in Großraumbüros) und bei der Farmerlunge (z.B. thermophile Actinomycetenbelastung in der Landwirtschaft) auf.
Nach Allergenexposition kommt es zu Husten, Schüttelfrost, Fieber, zunehmender Atemnot. Bei chronischem Verlauf kann sie in eine Lungenfibrose übergehen, einem bindegewebig narbigen Umbau des Lungengerüsts, der zu einer restriktiven Ventilationsstörung führt.
Nach neueren Erkenntnissen kann eine EAA aber auch durch eine unauffällige konstante Exposition im häuslichen Bereich ausgelöst werden. So wird vermutet, dass ein Teil der idiopatischen Lungenfibrosen durch nicht erkannte exogen-allergische-Schimmelpilzalveolitiden bedingt sein könnten. (Sieber und Simon 1996, Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen 1998)
Als Mischformen der Allergietypen untereinander und mit toxisch- entzündlichen Krankheiten andererseits sind z. B. bekannt:
Manchmal lassen sich die Erkrankungen, die nach Schimmelpilzexposition festgestellt werden, nicht klar zwischen Allergien und toxischen- entzündlichen Erkrankungen abtrennen. Verschiedenen Krankheitsbilder stellen möglicherweise eine Kombination dar (organic dust toxic syndrome, Mucous membrane irritation, Chronische Bronchitis, Extrinsic-allergic alveolitis, hypersensitivity pneumonitis) (Johanning 1998).
Fremdstoffe werden nach Prozessierung und Präsentation durch antigenpräsentierende Zellen von T-Zellen erkannt und es wird eine zelluläre Abwehrreaktion ausgelöst. Wird die Reaktion nicht von einem Krankheitserreger, sondern durch andere Faktoren wie Nahrungsmittel, Umweltschadstoffe oder Schimmelpilze ausgelöst, so kommt es zu einer Immunaktivierung, die sich bei längerer Dauer auch gegen körpereigene Strukturen wenden kann. Die Symtome sind dabei vielfältig und reichen von Müdigkeit, über Kopf- und Gliederschmerzen bis zu neurologischen und psychiatrischen Symtomen. Aufgrund der unklaren Symptomatik und des verzögerten Einsetzens der Krankheitserscheinungen ist die Bedeutung der Typ IV- Allergie in der Vergangenheit oft unterschätzt bzw. die Symptome sind häufig anderen Ursachen zugeordnet worden. Die Typ- IV- Reaktion wird heute als einer der Auslöser chronischer Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten wie des chronischen Müdigkeitsyndroms und der Fibromyalgie diskutiert.
Der Nachweis der Typ IV – Allergie erfolgt über den Lymphozytentransformationstest (LTT) oder einen Hauttest mittels Testpflaster (Epicutantest)
Schwierigkeiten bei der Diagnose
Laboruntersuchungen und Hautteste genügen oft nicht, um eine allergische Krankheit und das krankmachende Allergen erkennen zu können.(Jorde 1998). Ein weiteres Problem ist die Vielfalt an Symptomen die eine Allergenexposition hervorrufen kann und deren individuell unterschiedliche Ausprägung. Häufig überschreiten die allergischen Krankheitserscheinungen nicht den Zustand einer Befindlichkeitsstörung wie Unwohlsein, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit. Aber auch bei stärkerer Gesundheitsbeeinträchtigung wird ein Zusammenhang mit eventuell unauffälligen Veränderungen wie verstecktem Schimmelbefall der Wohnung häufig nicht erkannt.
Zudem ist noch eine Vielzahl von Untersuchungen nötig, um alle möglichen allergieauslösenden Pilzarten zu erfassen. Dies ist notwendig, um bei Personen, die unter dem Verdacht stehen, in (klimatisierten) Räumen eine allergische Krankheit gegen Schimmelpilzallergene zu entwickeln, mit entsprechenden Testspektren die Zusammenhangsfrage objektivieren zu können. Hier hat es sich bewährt, den Patienten mit sogenantem eigenem Hausstaub zu testen, der die nicht identifizierbaren Schimmelpilzallergene enthält (Jorde 1998).
Dipl.-Ing. Hansmartin Kirschmann
VDB-zertifiziertes Ingenieurbüro
Aichelestr. 9
70599 Stuttgart
Tel: 0711-23607-80
Fax: 0711-23607-82
Initiativen:
Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V.
Baubiologische Beratungsstelle IBN-autorisiert
Verein Deutscher Ingenieure VDI e.V.
Institut der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute AGÖF e.V.
Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie DGUHT e.V.